‚Baustopp‘ bei McCain in Mehrum – Kommentar des grünen stellvertretenden Ortsbürgermeisters von Hämelerwald

Der ‚Baustopp‘ für die geplante Pommes-Fabrik in Mehrum hat auch Auswirkungen auf Hämelerwald. Roland Panter, unser stellvertretender Ortsbürgermeister, kommentiert dies aus Sicht der GRÜNEN:

„Ich begrüße, dass McCain die bisherigen Planungen in Mehrum aktuell nicht weiterverfolgt. Für viele Menschen in Hämelerwald ist das eine gute Nachricht. Die wirtschaftlichen Vorteile dieser Ansiedlung wären vor allem in der Nachbarkommune entstanden, ein erheblicher Teil der Belastungen dagegen bei uns. Insbesondere der zusätzliche Schwerlastverkehr hätte Hämelerwald massiv getroffen.

Bei unserer Kritik ging es nie darum, Arbeitsplätze oder wirtschaftliche Entwicklung zu verhindern. Im Gegenteil: Wenn auf dem Gelände in Mehrum viele neue Arbeitsplätze entstehen, ist das eine gute Sache. Aber eine solche Entwicklung muss auch zu ihrem Standort passen. Direkt am Mittellandkanal eine Ansiedlung zu planen, deren Rohstoffversorgung ganz überwiegend über die Straße läuft und die dadurch in einer Nachbarkommune enorme zusätzliche Verkehrsbelastungen erzeugt, sprach aus meiner Sicht von Anfang an gegen diesen Standort für ein solches Vorhaben.

Auch ökologisch lohnt sich ein neuer Blick auf das Vorhaben. Dieser Sommer hat gezeigt, wie empfindlich gerade Kartoffeln auf Hitze und Trockenheit reagieren. Gleichzeitig steigt der Bewässerungsbedarf, während Wasser auch in Niedersachsen zunehmend zu einer knappen Ressource wird. Wenn eine industrielle Ansiedlung in einem großen Umkreis einen erheblichen zusätzlichen Bedarf an Kartoffeln erzeugt, müssen deshalb auch die Folgen für Anbauflächen, Bewässerung, Pestizide und Grundwasser mitgedacht werden. Das gehört für mich genauso zu einer ehrlichen Standortbetrachtung wie Arbeitsplätze und Gewerbesteuer.

Die Perspektive für das Gelände in Mehrum sollte jedoch keineswegs aufgegeben werden. Vielleicht eröffnet die jetzige Entwicklung die Chance, noch einmal neu darüber nachzudenken, welche Ansiedlung dort wirklich sinnvoll ist: wirtschaftlich attraktiv, mit vielen Arbeitsplätzen, aber mit einer Logistik, die die Lage am Mittellandkanal tatsächlich nutzt und die Verkehrsbelastungen für die umliegenden Orte erträglich hält.

Und vielleicht ist das auch ein Anlass, grundsätzlich über eine wirtschaftspolitische Strategie nachzudenken, bei der neue Ansiedlungen nicht automatisch immer mehr Straßenverkehr bedeuten. Denn diese Belastung trifft längst nicht nur Hämelerwald.“