Gemeinsame Resolution aller Parteien im Ortsrat Ahlten

Resolution vom 19. August 2025 zum Gedenken an die Opfer der Erschießungen durch Einheiten des NS-Regimes am 09. April 1945 in Ahlten

Die Mitglieder des Ortsrates Ahlten sowie die durch sie repräsentierten Ortsverbände bzw. Ortsabteilungen der im Ortsrat vertretenen demokratischen politischen Parteien CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie der FDP haben durch die Veröffentlichung aktueller Forschungsergebnisse von den furchtbaren Ereignissen am 09. April 1945 in Ahlten erfahren.

Basierend auf diesen Erkenntnissen erklären wir gemeinsam:

Resolution vom 19. August 2025 zum Gedenken an die Opfer der Erschießungen durch Einheiten des NS-Regimes in Ahlten am 09. April 1945

Am 9. April 1945 wurden in Ahlten, im Schatten des untergehenden nationalsozialistischen Terrorregimes, sechzehn Zwangsarbeiter grausam erschossen. Ihr Leben wurde durch ein menschenverachtendes System ausgelöscht, das die Würde und Freiheit des Einzelnen mit Füßen trat. Diese Resolution erinnert an ihr Schicksal und bekräftigt unsere gemeinsame Verantwortung für eine Zukunft ohne Hass, Gewalt und Verfolgung.

Nach den vorliegenden Erkenntnissen wurden am 09. April 1945 13 Zwangsarbeiter, die sich aufgrund von Kriegsereignissen in Richtung Ahlten begeben hatten, im Ort bzw. am Ortsrand von Ahlten durch Einheiten des NS-Regimes erschossen. Zudem erlagen in den folgenden Tagen 3 weitere Zwangsarbeiter ihren Schussverletzungen. Es war die letzte Phase eines brutalen Regimes, das Millionen in den Tod führte – und auch hier, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, sein mörderisches Gesicht zeigte.

Die Opfer dieser Tat kamen aus unterschiedlichen Ländern Europas: Niederlande, Italien, Frankreich und der Sowjetunion. Sie wurden unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen, entrechtet, entwürdigt und schließlich erschossen. Ihr Leid wurde jahrzehntelang kaum öffentlich benannt. Heute geben wir ihnen das zurück, was ihnen genommen wurde: Erinnerung, Würde, Stimme.

Unsere Geschichte sowie die Ereignisse vom 09. April 1945 in Ahlten fordern uns auf, Haltung zu zeigen: gegen das Schweigen, gegen das Wegsehen, gegen das Wiederholen.

Unser Gedenken gilt den sechzehn Zwangsarbeitern, die durch Einheiten des nationalsozialistischen Regimes ermordet wurden – nicht als anonyme Opfer, sondern als Menschen mit Hoffnungen, Träumen und Familien. Die Erinnerung an die Opfer lebt durch unser Handeln im öffentlichen Raum und in unseren Herzen. Ihre Geschichte soll nicht vergessen, sondern weitergegeben werden – als Mahnung, dass Freiheit, Demokratie und Menschenrechte niemals selbstverständlich sind.

Wir verurteilen jegliche Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen und stellen uns jeder Ideologie entgegen, die ausgrenzen und entrechten will oder das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft in Frage stellt. Gleichzeitig mahnen wir zur ständigen Wachsamkeit gegenüber jeder Form von Unmenschlichkeit.

Wir setzen uns aktiv für eine gelebte Erinnerungskultur ein. Hierzu wollen wir am 22. Oktober 2025 einen Informationsabend zu den Ereignissen vom 09. April 1945 in Ahlten durchzuführen sowie einen angemessenen Gedenkort errichten.

Erinnern allein genügt jedoch nicht – es braucht die Bereitschaft zur Verantwortung. Es braucht Mut, gegen das Schweigen zu sprechen, gegen das Vergessen zu handeln, gegen das Wiederholen zu kämpfen. Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft nicht von Ausgrenzung, Hass oder Gleichgültigkeit geprägt ist. Wir wollen eine Gemeinschaft leben, in der die Würde des Menschen unantastbar bleibt – für alle, überall und jederzeit.

„Wir erinnern. Wir mahnen. Wir handeln.“

(In der Sitzung vom 19.8.25 einstimmig verabschiedet.)